Der falsche Umgang mit dem Begriff Virtual Reality Brille

Mit diesem Beitrag möchte ich, weil es mir sehr wichtig ist, vor dem falschen Umgang mit dem Begriff VR warnen. Dabei geht es mir primär darum, dass ihr, die ihr euch noch nicht so sehr über VR informiert habt, am Ende nicht das falsche Produkt kauft, das in Wirklichkeit gar kein VR ist und woran man diese erkennen kann.

Leider kommt es seit geraumer Zeit immer wieder vor, dass sowohl Firmen den Begriff VR nutzen obwohl ihr Produkt nicht viel mit VR zu tun hat, als auch einige unwissende Nutzer VR Seiten betreiben, in denen sie Produkte zusammen werfen, die nicht alle mit VR zu tun haben.

Fangen wir zuerst mit den Produkten an, die nicht wirklich VR sind aber als solche angepriesen werden. Viele davon sind schlicht alte Bekannte, nämlich Video Brillen, die es schon seit vielen Jahren gibt.

Video Brillen unterscheiden sich von VR Brillen dadurch, dass sie lediglich vor dem Nutzer eine virtuelle relativ große Leinwand erzeugen, die scheinbar ein paar Meter entfernt ist. Diese Brillen werden zumeist genutzt um eben einen ganz normale Leinwand zu simulieren oder einen Bildschirm eines großen Fernsehgerätes. Manche der neueren Video Brillen können auch für jedes Auge ein unterschiedliches Bild darstellen, womit also auch 3D Inhalte wie 3D Filme angesehen werden können. Oftmals schließt man diese Video Brillen daher direkt an den Ausgang eines DVD/BluRay Players an oder auch an den Ausgang einer Spielkonsole.

Der Sinn von Videobrillen ist es also kurz gesagt zum einen einen normalen Bildschirm zu ersetzen und zum anderen die Umgebung auszublenden um sich voll auf den Bildschirm Inhalt konzentrieren zu können. Also durchaus gute Geräte, nur haben sie eben nichts mit virtueller Realität zu tun.

Was Video Brillen fehlt ist zum einen das große Sichtfeld einer VR Brille, für eine große Leinwand braucht es keine 100° oder mehr, es muss nichts in den Augenwinkeln zu sehen sein. Video Brillen haben daher oft nur ein Sichtfeld von deutlich unter 100°, manche gar nur 45°. In englisch wird es meist Field of View, kurz FoV genannt.

Zum anderen fehlen Video Brillen wichtige Eigenschaften einer VR Brille. Während sich der Nutzer mit einer VR Brille in der virtuellen Umgebung umsehen kann, was nur dank Head-Tracking möglich ist, fehlt Videobrillen solch eine Eigenschaft komplett. Dreht man mit einer Video Brille auf dem Kopf denselbigen, verändert sich das gesehene Bild überhaupt nicht. Eine Video Brille kann überhaupt nicht erkennen, dass der Nutzer den Kopf bewegt.

Ein oft weiteres leichtes Erkennungsmerkmal von Video Brillen ist, dass neuere Exemplare oftmals deutlich kleiner und schlanker sind, während VR Brillen Aufgrund der aktuellen Technik noch deutlich größer ausfallen und mehr wie ein großer Kasten vor dem Kopf aussehen.

Anhand dieser Eigenschaften lässt sich schon schnell erkennen ob es sich um eine Video Brille oder wirklich um eine VR Brille handelt. Seid ihr euch dennoch unsicher, fragt lieber Jemanden, der sich damit wirklich auskennt.

 

Leider gibt es darüber hinaus auch Webseiten zum Thema Virtual Reality, die immer wieder von Video Brillen berichten oder gar eine Liste mit allen möglichen VR Brillen führen, die es angeblich gibt. Teilweise sind in solchen Listen leider auch Video Brillen aufgelistet.

Darunter fallen auch immer wieder kommerzielle Webseiten, auch IT Webseiten, die es schon ewig gibt, die einfach den Begriff VR verwenden wie es der Hersteller vorgibt ohne es selbst zu hinterfragen. Hier heißt es also immer aufpassen und auf Hinweise achten, ob es sich nicht doch nur um eine Video Brille handelt. Oftmals reicht es Firmen schon aus, dass ihre Video Brille 3D Inhalte darstellen kann, um ihr den VR Stempel aufzudrücken.

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